Komponist und Textdichter

Der Komponist Ferdinand Neumaier, Ehrenbürger der Gemeinde Kirchberg und Ehrenmitglied des Bayerischen Waldvereins, ist am 8. September im Jahre 1890 in Kirchberg geboren. Er erwählte den Beruf eines Schulmannes. Seine berufliche Laufbahn begann er als Hilfslehrer in der Dorfschule von Neuschönau. Weitere Stationen waren Regenhütte, Zwiesel, Abensberg und ab 1913 Landshut, wo er zuletzt als Rektor an der dortigen Knabenschule St. Martin wirkte. Neumaier hat schon sehr früh begonnen, Volkslieder zu sammeln und aufzuschreiben. An die 90 Lieder hat er komponiert, teilweise auch am Text selbst geschrieben. Sein allseits bekanntes Lied “Mir san vom Woid dahoam” entstand im Jahre 1938.

Verstorben ist Ferdinand Neumaier im Jahre 1969 im Alter von 79 Jahren. Anlässlich seines 95. Geburtstages wurde am 8. September 1985 an seinem Geburtshaus in Kirchberg eine Gedenktafel in Bronze enthüllt.

Ferdinand Neumaier ist neben vielen Sängergruppen auch für viele Bayerwaldchöre stilprägend geworden. Keinem anderen ist eine ähnliche Anerkennung durch die musikalische Bevölkerung gelungen, wie ihm. Sehr viel dazu beigetragen hat die Schaffung der “Waldlermesse”. Zweifelsohne hat Ferdinand Neumaier mit seiner gefühlvollen Art, mit seinen gängigen Melodien und Arien des Volkes Seele – wie man so schön sagt – getroffen. Dies behaupten Josef Oswald von Kirchberg bei Regen, der Vorsitzender des bayerischen Waldvereins ist, wie auch Fredl Hohenester, bekannt durch seine zahlreichen Veröffentlichungen in der Tagespresse wie in der Altbayerischen Heimatpost. Josef Oswald beschreibt Ferdinand Neumaier zum 20. Todestag folgendermaßen:  … Die Liebe zur Musik hat ihn sein Leben lang begleitet. Geweckt wurde sie schon von Kindheit auf, da im Elternhaus gesungen und musiziert wurde. Auf dem Lehrerseminar in Harmonielehre ausgebildet, begann Ferdinand Neumaier bald mit dem Komponieren von Liedern. Über 90 Lieder sind dann im Laufe der Jahre aus seiner Feder entstanden.
Ferdinand Neumaier selbst sagt, wie er sich ein Mundartlied vorstellt: “Möge das heimatliche Mundartlied immer der Bergquelle gleichen, die frisch, rein und unversiegbar dem Arberhang entspringt!”
Fredl Hohenester beschreibt Ferdinand Neumaier 1989 mit folgenden Worten:
“Ferdinand Neumaier konnte mit solcher Überzeugungskraft über Volksmusik und Brauchtum reden, dass niemand auf die Idee gekommen wäre, seine Worte anzuzweifeln. Am liebsten war es ihm, wenn er sich an das Klavier setzen konnte, um seine Gedanken und Einfälle in Akkorde umzusetzen. Er brauchte weder Noten noch Themen; er konnte stundenlang improvisieren. Es war, als würde ein “Wasserl” über Felsen und Kiesbänke ins Tal fließen, mal rauschend, mal träge. Da hat jeder Takt anders geklungen und doch ist es nach einer Stunde noch dasselbe “Wasserl” gewesen.
Eine weite Verbreitung hat das Lied “Mir san vom Woid dahoam” erfahren, ein Lied, das heute nicht nur den Volksliedsängern, sondern auch dem breiten Publikum bekannt ist. Es kommt häufig vor, dass ein Volkslied verlangt wird, und dass damit dieses Lied gemeint ist. Neben den unzähligen Fassungen, die das Lied bereits erfahren hat, neben den vielen Eintragungen bei der GEMA, wird das Lied auch von den Volksliedsängern sehr gerne bei ihren Veranstaltungen gesungen. Fredl Hohenester erzählt zu diesem Lied: “Entstanden ist das Lied 1938 in einem Wald in der Nähe von Landshut, beim Schwammerlsuchen. Als Neumeier die Sehnsucht nach seiner waldlerischen Heimat, Kirchberg bei Regen, wieder einmal überfiel. Da reifte der Text in ihm. Noch am gleichen Abend ersann er eine Melodie zu diesem Gedicht. Über Umwege kam das Lied auch nach Berlin und dort wurde es in einem Kalender abgedruckt. Als Quelle war angegeben: “Altes Volksgut aus Ostbayern”. Als Ferdinand Neumaier diesen Kalender bekam, war er sehr glücklich, denn er wollte nie mehr, als für das Volks schreiben.
Das Schwammerlsuchen hat – nebenbei bemerkt – wahrscheinlich seinen besonderen Anreiz, denn – wie die Alten erzählen – hatte schon Erhard Kutschenreuter seine Ideen für den Waldlermarsch 1903 beim Schwammerlsuchen gehabt.

Textdichter der Waldlermesse war der Straubinger Oberstudienrat Eugen Hubrich (geboren 1895 in Kötzting, verstorben 1963). Er gehörte zu den Dichtern, die in der Zeit der Belebung des waldlerischen Liedes als Texter sehr engagiert waren. So entstanden auch die Lieder: “Schö staad wird’s im Woid” und “’s Kripperl im Schnee”.

Eugen Hubrich war seit 1906 Mitglied des Bayerischen Waldvereins und ab 1930 für mehrere Jahre Schriftleiter der Vereinszeitschrift “Der Bayerwald”.

Der Text zum Freilichtspiel “Die Agnes Bernauerin zu Straubing” wurde 1935 von Eugen Hubrich verfasst. Das Stück wurde im gleichen Jahr auf der Bühne des Herzogschlosses in Straubing uraufgeführt und bei weiteren fünf Veranstaltungen ein großer Publikumserfolg. Nach der kriegsbedingten Pause wurde dann die “Agnes Bernauerin” im Zeitraum von 1952 bis 1989 für die Festspiele in Straubing etliche Male überarbeitet. Bis 1963 nahm Hubrich die Änderungen selbst vor.
Nicht nur wegen der “braunen” Vergangenheit der “Bernauerin” sondern auch wegen der angeblich nicht gegebenen liturgischen Brauchbarkeit der Waldlermesse steht Eugen Hubrich bis heute bei einigen in der Kritik.

Weiter Informationen und Quellen im Internet:
http://www.konzell.de/chronik/html/waldlermesse.html
http://www.ihrenachrichten.de/nachrichten/Wikipedia.org
/2005/04/03/Agnes_Bernauer.html
http://www.uni-passau.de/fileadmin/dokumente
/oeffentlichkeit/Publikationen/Schriftenreihe_Uni_Passau
/Studientagung-7.pdf
http://www.bayerischer-wald-verein.de/archiv/archivbaywald/2003/01/heft.pdf
http://www.bayerischer-wald-verein.de/archiv/archivbaywald/1999/4/lieder.htm

Lieder vom Bay. Waldverein